März-Spezial #2: The Lost Reviews - Nur 15 Sekunden

Ich habe bisher alle Bücher von ihr gelesen. Und genauso hatte ich bisher angenommen, das ich alle ihre Bücher vorgestellt habe. Als ich aber festgestellt habe, das mir sogar 2 ihrer Bücher durchgerutscht sind, war mir klar: das muss ich nachholen. Und das Spezial hier bietet mir die beste Gelegenheit.


Autorin: Kate Pepper
Buchtitel: Nur 15 Sekunden
Original-Titel: Names of the Dead
Jahr der Veröffentlichung: 2008 (US)/2009 (DE)
Seitenanzahl: 352 Seiten
Kapitelanzahl:  13 Kapitel (+ Prolog und Epilog)
Serienangaben: Stand-Alone-Roman


Es hat damals mal eine Diskussion (naja, das Wort Diskussion ist vielleicht etwas zu mächtig dafür) auf meinem Blog gegeben, das meine Buchvorstellung ziemlich eintönig seien. Seitdem hat sich das natürlich gebessert (hoffe ich zumindest), da ich inzwischen vielerlei Bücher gelesen und auch besprochen habe. Auf jeden Fall schrieb damals jemand, ich würde zu viel Kate Pepper vorstellen und ihr Muster wäre immer das Gleiche. Es könnte also durchaus sein, das ich aus diesem Grund zwei ihrer Bücher bewusst weggelassen habe. Da jetzt aber so viel Zeit vergangen ist, hole ich das nach.

HANDLUNG:
englisches Originalcover unter
Peppers richtigem Namen
Katia Lief



Nach dem Unfalltot ihres Mannes Hugo verlässt Darcy Mayhew zusammen mit ihrem Sohn Ben ihre alte Heimat Martha's Wineyard und geht nach New York. Dort arbeitet sie als Journalistin bei der Times. Eines Tages tritt ein Angestellter aus der Postabteilung namens Joe Coffin in ihr Leben. Zuerst scheint er unbeholfen zu versuchen, sich mit ihr anzufreunden, da er erst neu ist. Doch er wird immer zudringlicher und belästigt sie mit seiner Anwesenheit. Hat Darcy es hier mit einem Stalker zu tun?

FAZIT:
Dies zählt neben 3 Wochen bis zur Wahrheit und 7 Minuten zu spät zu meinen absoluten Lieblingsbüchern von Kate Pepper. Der Plot an sich gefällt mir sehr gut, da es durch Darcy's Recherchen für einen Artikel über ein ominöses Bauvorhaben ein bisschen Krimi-artig wirkt. Sie ermittelt quasi, zusammen mit ihrer Kollegin Courtney, um die Informationen zu  bekommen, die sie braucht. Das ist die Nebenhandlung. Eine andere Nebenhandlung betrifft Darcys Mutter, die in einem Heim für Alzheimer-Patienten sitzt und die ihre Jugend wieder-erlebt. Es ist sehr ergreifend, diesen Erinnerungen einer vergangenen Zeit beizuwohnen.

alternatives Cover ebenfalls
aus dem Rowohlt Verlag
Bei den Figuren mochte ich vor allem Courtney und ihre Art. Sie ist direkt und ein bisschen frech, was der Protagonistin Darcy immer ein bisschen Auftrieb gibt. Die Beziehungen unter den Figuren sind gut nachvollziehbar und bedienen ein bisschen die Frauen-Seite (finde ich), weil die sich ja oft für das Liebesleben anderer interessieren. Auch Wortführung und Dialogschreibung sind gut ausgefeilt worden, womit auch charmanter Wortwitz entsteht.

Die Realitätsnähe ist beinahe schon beunruhigend. Schließlich ist Stalking ein sehr ernstes Thema. Trotzdem fängt die Autorin in ihrer Geschichte ein, was passiert und wie man damit umgehen sollte. Also hat sie wohl tiefgreifende Recherchen gemach. Was den Schauplatz betrifft, so scheint sie hier, wie für andere ihrer Bücher, ihren eigenen Hinterhof genommen zu haben, da sie sich dort am Besten auskennt. Durch ihre Beschreibung kann man sich vorstellen, wie es dort aussehen muss. Das Haus und den Arbeitsplatz von Darcy fand ich auch gut skizziert.

Das Buchcover aus dem Rowohlt-Verlag passt vom Design her zu den anderen Veröffentlichungen aus der Zeit. Es spiegelt eigentlich nicht wirklich den Inhalt wieder (so wie beim Domino-Killer zum Beispiel, wo ein Domino-Stein abgebildet ist) - worüber ich mir eigentlich nie Gedanken gemacht habe. Das Cover ist halt da und sobald man andere Bücher von der Autorin kennt, nimmt man sie als Selbstverständlich. Der Klappentext ist hingegen gut geschrieben und der eigentliche Grund, das Buch zu kaufen (sofern man nicht sowieso schon ein Fan von Kate Pepper ist).

Franziska Pigulla
Ich muss unbedingt noch die Hörbuch-Version erwähnen! Denn diese wurde von der bestimmt vielen bekannten Franziska Pigulla (die vor einiger Zeit leider verstorben ist) gelesen. Ihre Art der Erzählung ist fesselnd und intensiv. Sie ist sehr gut darin, die richtige Betonung für die Worte zu finden und die Geschichte profitiert von ihrer Stimme. Natürlich ist sie auch beim selbst lesen gut, doch das Hörbuch ist nochmal ein besonderes Erlebnis. Zum Glück ist Nur 15 Sekunden nicht das einzige Buch von Kate Pepper, das sie vorgelesen hat (sie hat unter anderem auch 3 Wochen bis zur Wahrheit vertont).

4/5 - Schreibstil
5/5 - Charaktere
5/5 - Handlung
3/5 - Optik
 (17 von 20 Sternen)


Vielleicht sollte ich mir mal mehr Bücher zum Thema Stalking kaufen, denn solche sind bei mir eigentlich kaum vorhanden. Dabei ist es sehr interessant, darüber zu lesen, und vielleicht auch mal darüber zu schreiben. Ein Projekt, das diese Komponente benutzen könnte, habe ich bereits im Sinn. Kate Pepper zählt immer noch zu meinen Lieblingsautorinnen, auch, wenn man bis zu ihrer Karen Ellis-Phase nichts mehr von ihr gehört hat. Im Newsletter stand, das sie damals nach dem Tod ihrer Mutter eine Pause eingelegt habe. Was ja verständlich ist. Sobald ich ihre neuen Bücher gelesen habe, werde ich sie auch vorstellen.

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